Und schließlich das plastische Frühwerk unseres Künstlers Max Walter, an dem wir auch noch die Meisterhand seines Lehrers Heinrich Kirchner erkennen können, unsere große Eingangstür. Es sind darauf die sieben leiblichen Werke der Barmherzigkeit dargestellt. In diesem monumentalen Bilderreigen, an dessen Ende Christus der Richter mit seinen Engeln sein wird, zu denen auch unser Turmengel gehört; also wieder eine Entwicklung, ein Prozeß, eine Dynamik. Wer weiß, dass diese Bilddarstellung aus dem 25. Kapitel des Mt.ev. genommen ist und selbst versucht, nicht von heute auf morgen, aber immer wieder in kleineren und größeren Dingen diese Werke der leiblichen Barmherzigkeit zu tun, der versteht auch, dass er dazu ein Leben braucht, sein Leben, seinen Lebensweg, damit er das Ziel erreichen kann, vor dem Gericht bestehen zu können. Die Tür ist gleichsam eine Aufforderung für den Besucher: Prüfe dich, wenn Du hineingehst zu Ihm, wie du dich in deiner Umwelt verhälst, wie du ja sagst zu den Menschen. Entspricht es dem Ja Gottes zu uns? Der Lateiner sagt: carpe diem, was man übersetzen könnte mit: Nütze deine Lebenszeit. Dazu fordert uns gleichsam die Tür auf. Christ nütze deine Zeit!