Der Kreuzweg, ein weiteres Werk von Max Walter, bedeutet Bewegung, bedeutet Dynamik, bedeutet Leiden. Diese Dynamik beginnt an der ersten Station und endet nicht an der 14.Station, am Grab, sondern an der 15.Station, der Auferstehung, die alle Dimensionen sprengt. Übrigens genau darüber ist die Sonne der Auferstehung am Fensterband, so dass die große Zeltwand unserer Kirche zweimal geteilt ist, durch den Lebensweg der Menschen des alten und des neuen Volkes Gottes, bzw. durch den Lebens- und Leidensweg Jesu Christi, exemplarisch für unseren Lebensweg. In einer tief in die Zwischenmenschlichkeit, in Existenztiefe und Existenznot des Menschen hineinschauenden Empfindung werden auf diesem dunklen Weg des Lebens - darum sind die Rahmen der Kreuzwegstationen immer dunkel gehalten- die helleren Plastiken von Kreuz und Mensch als Lichtzeichen gesetzt.
Das Kreuz, allgemein angesehen als christliches Zeichen, verliehrt durch den Erlöser diese lastende Schwere und wird zum siegreichen Zeichen. Es entpuppt sich als Mal der Befreiung. Es ist ein Kreuzweg, der die Dunkelheit der Welt und das Dunkel in der Welt immer wieder aufhellt und schließlich zerreißt wie das Grab in der Auferstehung.